Sürther-Senioren.info
Website made using only Xara Web Designer, and no other graphics or software tools.
SENIOREN PAßT ALL OP Das schwierige digitale Erbe
Wer denkt schon an das E-Mail-Konto oder die Facebook-Seite eines gerade verstorbenen Angehörigen? Dennoch sollte auch der digitale Nachlass geregelt werden. Wichtig und gut, wenn bereits zu Lebzeiten alles vorbereitet wurde. Frau und Herr Mustermann waren fast fünfzig Jahre verheiratet Geheimnisse hatten sie nie voreinander. Einzig bei ihren Hobbys gingen sie geteilte Wege. Während sie gerne im Garten arbeitete, hatte Herr Mustermann sein Interesse an Computer und Internet entdeckt. Um mit Freunden schnell und einfach zu kommunizieren, hatte er sich ein elektronisches Postfach, ein E- Mail-Konto, eingerichtet. Auch auf Facebook und StayFriends, zwei großen sozialen Netzwerken, war er Mitglied geworden. Viele ehemalige Schulkameraden hatte er dort im Netz wiedergetroffen und sogar ein Klassentreffen organisiert. Totenschein reicht oft nicht aus Einige Wochen nach der Beerdigung erinnerte Frau Mustermann sich wieder Internetleidenschaft ihres Mannes und wollte auch den Menschen, die mit ihm über Facebook und Co. verbunden waren, die Nachricht von seinem Tod übermitteln. Zum Glück hatte ihr Mann seinem Testament ein Blatt mit den Daten und Passwörtern seiner Online-Dienste beigelegt hatte. Ohne die Passwörter wäre sie aufgeschmissen gewesen. Denn wer sich um das digitale Erbe eines Angehörigen kümmern will, hat ohne die entsprechenden Passwörter ein ernstes Problem: Um Zugang zu den E-Mail-Diensten oder den sozialen Netzwerken des Verstorbenen zu bekommen, muss man die Betreiber dieser Dienste anschreiben, eine Kopie des Totenscheins beilegen und um die Herausgabe des Passwortes bitten. Ein Recht darauf hat der rechtmäßige Erbe. Dennoch tun sich die Unternehmen damit schwer. Der Anbieter Google Mail beispielsweise teilt im Kleingedruckten seiner allgemeinen Geschäftsbedingungen mit, dass zunächst
eine Vorprüfung stattfinden müsse und die Herausgabe nur auf An ordnung eines US- amerikanischen Gerichtes er-folgen könne. Das benötigt aber natürlich eine auf Englisch verfasste Sterbeurkunde. Ein langwieriger und aufwendiger Weg, um Zugang zu einem elektronischen Postfach zu erlangen zudem mit äußerst ungewissem Ausgang. Ganz anders reagiert der E-Mail-Anbieter Yahoo. Sobald dort die Nachricht vom Tod eines Kunden mittels Totenschein eintrifft, wird das E-Mail-Postfach und alle darin befindlichen Nachrichten gelöscht. Zugang zu den gespeicherten E-Mails erhält der Hinterbliebene aber auch hier nicht. Beim sozialen Netzwerk Facebook können Hinterbliebene das Profil des Verstorbenen gegen Vorlage des Totenscheins in einen „Gedenkzustand" versetzen lassen, nur bereits eingetragene Facebook-Freunde können so das Profil betrachten. Aber die Nachrichten, die innerhalb des Netzwerks gesendet wurden, darf der Angehörige auch hier nicht lesen. Passwörter niederschreiben und hinter- legen Der Grund für diese Vorgehensweise der Betreiber von Online-Diensten liegt in den Bestimmungen des Datenschutzes und des Postgeheimnisses, die in Konkurrenz zum Erbrecht stehen. Hier agieren die Anbieter getreu dem Motto: so viel Schutz der Privatsphäre wie möglich, so wenig Herausgabe von Daten wie nötig. Von einem Kampf gegen diese Windmühle kann man nur abraten. Sehr viel Erfolg versprechender ist es, noch zu Lebzeiten den Partner auf dieses Problem anzusprechen und ihn zu bitten, sämtliche Passwörter von Internet- Diensten, Netzwerken und Onlinebanken aufzuschreiben und sicher, am besten dem Testament beigelegt, zu verwahren. So wie Herr Mustermannl es für seine Frau gemacht hat. Mit den Passwörtern konnte sie sämtliche Dienste unproblematisch ein letztes Mal nutzen und alle Freunde und Bekannte vom Tod ihres Mannes unterrichten.
 :
Info-service - Das schwierige digitale Erbe